Die Auswahl der »richtigen« Familie
Wir legen größten Wert darauf, jeden Schüler in einer Gastfamilie unterzubringen, in der er herzlich aufgenommen wird, wo eine aufgeschlossene und freundliche Atmosphäre herrscht. Wir können versichern, dass die »Area Representatives« die Gebietsrepräsentanten unserer amerikanischen Partnerorganisation interessierte Familien sorgfältig überprüfen, über Sinn und Ziel des Programms und über ihre eigenen Aufgaben eingehend informieren. Die Auswahl erfolgt ungeachtet der Hautfarbe und Religion.
Zur Auswahl kommen praktisch alle Familienkonstellationen. Meist sind es zwar Familien, wie man sie sich traditionell vorstellt: ein Ehepaar mit Kind(ern). Möglich sind aber auch Alleinerziehende, Alleinstehende oder auch ältere Paare, deren Kinder schon aus dem Haus sind. Dies entspricht den Bestimmungen der amerikanischen Regierung, denen sich alle Programmveranstalter unterwerfen müssen. Wenn man bedenkt, dass in den USA fast jede zweite Ehe geschieden wird und es zunehmend viele Singles-Haushalte gibt, kann diese Tatsache auch kaum überraschen. Aufgrund unserer Erfahrung können wir versichern, dass die amerikanischen Partnerorganisationen bei »Platzierungen«, die nicht der traditionellen Definition einer »Familie« entsprechen, die Verhältnisse besonders sorgfältig überprüfen und sich restlos von der Eignung der Interessenten überzeugen. Wir möchten hinzufügen, mit solchen Familien-Konstellationen haben wir ebenso gute Erfahrungen gemacht wie mit den traditionellen.
Die meisten Gastfamilien werden auf unser High-School-Programm aufmerksam über Freunde und Nachbarn, über die Lehrer ihrer Kinder, am Arbeitsplatz oder über die Kirchengemeinde. Jede interessierte Familie gibt ausführlich schriftlich Auskunft über sich und benennt zwei Referenzpersonen mit anerkannt gutem Leumund. Einer als geeignet befundenen Familie werden schließlich mehrere Teilnehmerbewerbungen vorgelegt, aus denen sie sich ihr »Familienmitglied auf Zeit« auswählen kann.
Unsere Programm-Teilnehmer werden von ihrer amerikanischen Gastfamilie aus rein ideellen Gründen aufgenommen, denn sie bietet ihre Gastfreundschaft ohne Bezahlung an. Von Gebietsrepräsentanten unserer Partnerorganisationen und von Gastfamilien selbst wissen wir, dass sich die Amerikaner von ihrem neuen Familienmitglied generell eine Bereicherung ihres Familienlebens versprechen. Einerseits möchten sie möglichst viel über das Leben auf dem »alten Kontinent« erfahren, über den »German Way of Life« über das, was deutsche Jugendliche bewegt, welches ihre Freuden und Probleme sind. Andererseits freuen sich die Gastfamilien darauf, »ihr Amerika« vorstellen zu können, denn sie sind stolz auf ihr Land auf seine Ideale und die Lebensart den »American Way of Life«; sie möchten, dass ihr neues Familienmitglied verstehen lernt, was man den »American Dream« nennt und wollen damit ihr persönliches Stück Völkerverständigung praktizieren. Die Gastfamilie wird ihren Exchange Student daher voll in ihr Leben einbeziehen bei Einladungen, Festen, Ausflügen und anderen Unternehmungen. »To share our home and family life with a student from another country so that he or she might understand our country better. We hope this will be a positive learning experience for us and our children as well as the exchange student.« So formulierten z. B. Judy und Jim Warmington aus Grand Rapids, Michigan, ihre Erwartungshaltung vor der Ankunft von Hanns Reinhardt aus Gravenbruch bei Frankfurt.
Man ist also Familienmitglied mit allen Rechten, aber auch Pflichten. Es sollte daher für unsere Programmteilnehmer selbstverständlich sein, wie alle anderen im Haushalt mitzuhelfen.

